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	<title>Anastasius Grün</title>
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	<description>und seine Gedichte</description>
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		<title>Elfe und Kobold.</title>
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		<pubDate>Sun, 03 Jan 2010 14:24:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Stehn zwei Sennenhütten ferne,
Wo die Alpenwiese lacht,
Ob den Giebeln halten Sterne,
Blumen vor der Schwelle Wacht.

In dem Moos der einen Hütte
Schläft die blonde Sennin leis;
Welches Alpenkind bestritte
Ihr der Schönheit ersten Preis?
Daß mein Aug&#8217; noch Schönres labe,
Müßt&#8217; ich wandern wahrlich weit,
Wenn du, schöner Jägerknabe,
Nicht ihr lägest hier zur Seit&#8217;!
Und der Elf&#8217;, der weiße feine,
Der dies Hüttlein treu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Stehn zwei Sennenhütten ferne,<br />
Wo die Alpenwiese lacht,<br />
Ob den Giebeln halten Sterne,<br />
Blumen vor der Schwelle Wacht.<br />
<span id="more-67"></span></p>
<p>In dem Moos der einen Hütte<br />
Schläft die blonde Sennin leis;<br />
Welches Alpenkind bestritte<br />
Ihr der Schönheit ersten Preis?</p>
<p>Daß mein Aug&#8217; noch Schönres labe,<br />
Müßt&#8217; ich wandern wahrlich weit,<br />
Wenn du, schöner Jägerknabe,<br />
Nicht ihr lägest hier zur Seit&#8217;!</p>
<p>Und der Elf&#8217;, der weiße feine,<br />
Der dies Hüttlein treu bewacht,<br />
Legt zu Häupten ihnen eine<br />
Frische Rosenknospe sacht.</p>
<p>Als das Knöspchen aufgegangen<br />
War zur blüh&#8217;nden Rose kaum,<br />
Hat die Schlummernden umfangen<br />
Gar ein lieblich süßer Traum.</p>
<p>In dem Moos der andern Hütte<br />
Schläft die braune Alpenmaid;<br />
Welch Gebirgskind wohl bestritte<br />
Ihr den Preis der Häßlichkeit?</p>
<p>Daß Unholdres ich entdecke,<br />
Müßt&#8217; ich wandern wahrlich weit,<br />
Wenn du, Köhler, schwarzer Recke,<br />
Nicht ihr lägest hier zur Seit&#8217;!</p>
<p>Der Kobold, der braune Kleine<br />
Der dies Hüttlein treu bewacht,<br />
Legt zu Häupten ihnen eine<br />
Frische Rosenknospe sacht.</p>
<p>Als das Knöspchen aufgegangen<br />
War zur blüh&#8217;nden Rose kaum,<br />
Hat die Schlafenden umfangen<br />
Gar ein lieblich süßer Traum. –</p>
<p>Morgens, als erzählt ihr Träumen<br />
Dieses sich und jenes Paar,<br />
Mocht&#8217; es sich gar seltsam reimen,<br />
Daß derselbe Traum es war!</p>
<p>Morgens als im Himmelsgarten<br />
Früh der liebe Gott spaziert,<br />
Seine Blumen mild zu warten,<br />
Deren Pracht sein Haus umziert;</p>
<p>Fand er alle blühn zum Besten,<br />
Sonnenrosen üppig glühn,<br />
Feuerbüsch&#8217; in Flammenästen,<br />
Sternenblumen duftig sprühn;</p>
<p>Nur vom blühendsten Gesträuche,<br />
Das ganz voll von Rosen stand,<br />
Kamen nachts ihm zwei ganz gleiche<br />
Schöne Knospen heut&#8217; abhand.</p>
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		<title>Elfenleiden.</title>
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		<pubDate>Sun, 03 Jan 2010 14:24:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[In geheimer stiller Freude
Blickt&#8217; ich eine Rose an,
Die im Perl- und Purpurkleide
Schwellend aufzublühn begann.

Bange doch vielleicht zumute
War&#8217;s dem Elfen, klein und traut,
Der in ihrem Kelche ruhte,
Drin sein Häuschen er gebaut.
Wenn ein Knöspchen platzend springet,
Kracht&#8217;s ihm wohl wie Donnerklang,
Wenn ein West die Rose schwinget,
Macht ihm Erdebeben bang!
Wie ihr Kelch sich auftut allen,
Schreckt ein Abgrund schwindelnd ihn,
Und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In geheimer stiller Freude<br />
Blickt&#8217; ich eine Rose an,<br />
Die im Perl- und Purpurkleide<br />
Schwellend aufzublühn begann.<br />
<span id="more-65"></span></p>
<p>Bange doch vielleicht zumute<br />
War&#8217;s dem Elfen, klein und traut,<br />
Der in ihrem Kelche ruhte,<br />
Drin sein Häuschen er gebaut.</p>
<p>Wenn ein Knöspchen platzend springet,<br />
Kracht&#8217;s ihm wohl wie Donnerklang,<br />
Wenn ein West die Rose schwinget,<br />
Macht ihm Erdebeben bang!</p>
<p>Wie ihr Kelch sich auftut allen,<br />
Schreckt ein Abgrund schwindelnd ihn,<br />
Und des Blütenstaubes Fallen<br />
Stürzt auf ihn als Schneelawin&#8217;.</p>
<p>Eine Überschwemmung drohte<br />
Seiner Wohnung, Hab&#8217; und Haut,<br />
Als es kühl aus Morgenrote<br />
Perlen in den Kelch getaut.</p>
<p>Als mein Atem freier wehte,<br />
Schien&#8217;s ihm Sturmwinds Ungestüm,<br />
Und vielleicht gar als Komete<br />
Droht&#8217; mein heitrer Blick ob ihm.</p>
<p>Und mit Bangen sondergleichen<br />
Harrt der Kleine ängstlichscheu,<br />
Was wohl all der Schreckenszeichen<br />
Grausenhaftes Ende sei?</p>
<p>Doch mit tiefer stiller Freude<br />
Blickte ich die Rose an,<br />
Die im Perl&#8217;- und Purpurkleide<br />
Blütenvoll sich aufgetan.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Baumpredigt.</title>
		<link>http://www.anastasius-gruen.de/allgemein/baumpredigt/</link>
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		<pubDate>Sun, 03 Jan 2010 14:23:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Um Mitternacht, wenn Schweigen rings,
Beginnt&#8217;s durch Waldesräume,
Und wo sonst Busch&#8217; und Bäume stehn,
Zu flüstern, rascheln und zu wehn,
Denn Zwiesprach halten die Bäume.

Der Rosenbaum loht lustig auf,
Duft raucht aus seinen Gluten:
»Ein Rosenleben reicht nicht weit,
Drum soll&#8217;s, je kürzer seine Zeit,
So voller, heller verbluten!«
Die Esche spricht: »Gesunkner Tag,
Mich täuscht nicht Glanz und Flittern!
Dein Sonnenstrahl ist Todesstahl,
Gezückt aufs [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Um Mitternacht, wenn Schweigen rings,<br />
Beginnt&#8217;s durch Waldesräume,<br />
Und wo sonst Busch&#8217; und Bäume stehn,<br />
Zu flüstern, rascheln und zu wehn,<br />
Denn Zwiesprach halten die Bäume.<br />
<span id="more-63"></span></p>
<p>Der Rosenbaum loht lustig auf,<br />
Duft raucht aus seinen Gluten:<br />
»Ein Rosenleben reicht nicht weit,<br />
Drum soll&#8217;s, je kürzer seine Zeit,<br />
So voller, heller verbluten!«</p>
<p>Die Esche spricht: »Gesunkner Tag,<br />
Mich täuscht nicht Glanz und Flittern!<br />
Dein Sonnenstrahl ist Todesstahl,<br />
Gezückt aufs Rosenherz zumal,<br />
Doch auch wir andern zittern!«</p>
<p>Die schlanke Pappel spricht und hält<br />
Zum Himmel die Arm&#8217; erhoben:<br />
»Dort strömt ein lichter Siegesquell,<br />
Der rauscht so süß und glänzt so hell,<br />
Drum wall&#8217; ich sehnend nach oben!«</p>
<p>Die Weide blickt zur Erd&#8217; und spricht:<br />
»O daß mein Arm dich umwinde,<br />
Mein wallend Haar neig&#8217; ich zu dir,<br />
Drein flechte deine Blumen mir,<br />
Wie Mütterlein dem Kinde.«</p>
<p>Drauf seufzt der reiche Pflaumenbaum:<br />
»Ach, meine Füll&#8217; erdrückt mich!<br />
Nehmt doch die Last vom Rücken mein!<br />
Nicht trag&#8217; ich sie für mich allein;<br />
Was ihr mir raubt, erquickt mich!«</p>
<p>Es spricht die Tanne guten Muts:<br />
»Ob auch an Blüten ich darbe,<br />
Mein Reichtum ist Beständigkeit;<br />
Ob Sonne scheint, ob&#8217;s stürmt und schneit,<br />
Nie ändr&#8217; ich meine Farbe!«</p>
<p>Der hohe, stolze Eichbaum spricht:<br />
»Ich zittre vor Gottes Blitzen!<br />
Kein Sturm ist mich zu beugen stark,<br />
Kraft ist mein Stamm, und Kraft mein Mark,<br />
Ihr Schwächern, euch will ich schützen!«</p>
<p>Die Efeuranke tät&#8217; an ihn<br />
Sich inniger nun fügen:<br />
»Wer für sich selbst zu schwach und klein,<br />
Und wer nicht gerne steht allein,<br />
Mag an den Freund sich schmiegen!«</p>
<p>Drauf sprachen sie so manches noch,<br />
Ich hab&#8217; es halb vergessen.<br />
Noch flüsterte manch heimlich Wort,<br />
Es schwiegen nur am Grabe dort<br />
Die trauernden Zypressen.</p>
<p>O daß die leisen Sprüchlein all&#8217;<br />
Ein Menschenherz doch trafen!<br />
Was Wunder, wenn sie&#8217;s trafen nicht?<br />
Die Bäume pred&#8217;gen beim Sternenlicht,<br />
Da müssen wir ja schlafen.</p>
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